Freitag, 15. Juli 2016

Zwangsarbeiter sind nicht gleich Zwangsarbeiter

Allen Zwangsarbeitern im 3. Reich ging es schlecht, doch die Lebensbedingungen waren Unterschiedlich, Franzosen, Belgier hatten Ausgang, gab es also eine Mehrklassengesellschaft unter den Arbeitern?

Zunächst muss man sich darüber klar werden, wer Zwangsarbeiter wurde. Darunter fielen „Zigeuner“, Juden, Asoziale, Kriegsgefangene, West-, Ostarbeiter, „Schwule“ und politische Gegner. Sie wurden aus ihrer Heimat entführt und in ein Arbeitslager innerhalb des Reichsgebietes verteilt, die Lagerbedingungen waren von Lager zu Lager unterschiedlich, jedoch lässt sich ein Muster in der Behandlung der oben genannten Gruppen erkennen. An oberster Stelle standen Westarbeiter und westliche Kriegsgefangene. Sie hatten mehr Freiheiten z.B. durften sie das Lager in ihrer Freizeit verlassen, bekamen einen halbwegs angemessenen Lohn, von dem sie auch in die Rentenkasse und Sozial-, Arbeitsunfähigkeitsversicherungen einzahlen und hatten ein Anrecht auf die Leistungen während des Krieges aber auch noch nach ihrer Heimkehr. „ Ein einfacher Zaun umrandete das Lager und man konnte es betreten und verlassen wie man wollte“ (Raymond Baucher, französischer Zwangsarbeiter)

Anders hingegen sah es bei den Ostarbeitern aus, sie hatten weniger Rechte und Freiheiten. Ihnen wurde weniger Lohn gezahlt, von dem auch noch für Kost- und Logieabgaben zu leisten waren, zudem musste ein Ausfall der Arbeitskraft von ihr selber 10 Reichsmark pro Tag an das Unternehmen gezahlt werden bei einem Stundenlohn von 20 Reichspfennig. „ Wir konnten nirgendwo hingehen, ringsherum gab es 3-4 Reihen Stacheldrahtzaun, sehr hoch.“ (Alexandra G. ukrainische Zwangsarbeiterin)

Die Unterbringung war so organisiert, dass die Nationalitäten und die Geschlechter möglichst getrennt waren, so sollten Aufstände wegen der unterschiedlichen Unterbringung der Zwangsarbeiter verhindert werden. Obwohl die Unterbringung nie wirklich komfortabel war, gab es den Westarbeitern eine weitaus geringere Sterblichkeitsrate. Bindungen der Arbeiter zu Deutschen waren verboten und es wurde versucht sie mit aller Gewalt zu unterbinden, um so ein abschreckendes Beispiel für andere zu liefern. So war es üblich, dass der nicht deutsche Teil meist zum Tode und deutsche Teil zum Ausschluss aus der Volksgemeinschaft verurteilt wurde. Dabei war es egal, ob es sich um West- oder Ostarbeiter handelte.

Die Hygiene im Lager war in der Regel katastrophal, zumal den Insassen die Verwaltung der sanitären Anlagen überlassen war, so hat sich die Situation etwas gebessert, doch konnte es vorkommen, dass die Seife fehlt oder während der Wäsche sämtliche Sachen gestohlen wurden. So war es kein Wunder, dass sich Krankheiten ausbreiteten und schwer auf zu halten sind. So war es die Taktik der Zwangsarbeiter zu warten, bis man im Betrieb ist und alle sanitären Sorgen dort zu erledigen, weil es dort sauberer und sicherer war, zudem hatten man noch ein Stück seiner Privatsphäre gewahrt. (Berichte aus einem italienischem Kriegsgefangenem- Arbeitslager) So ist abschließend zu sagen, dass die Völker westlich des Deutschen Reiches besser behandelt wurden als Arbeiter aus Ostgebieten , doch hat das nichts an ihrer Situation geändert, am Ende waren alle Zwangsarbeiter in einem Terrorregime, in dem sie gezwungen wurden , für einen Hungerlohn gegen ihre Heimatstaaten zu arbeiten.
William R., Tim K., Leon S.
Bildquelle: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

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