In der Gegenwart gibt es noch immer Zwangsarbeit - sie wird nur besser versteckt!
Im 2. Weltkrieg wurden Millionen von Menschen zur Arbeit gezwungen. Manche sogar um sich durch Überarbeitung selbst zu vernichten. Sie wurden massenweise in Lager einquartiert und mussten unter unmenschlichen Bedingungen stundenlang schuften. Dabei wurde ihre Freiheit massiv eingeschränkt. Auch heutige Zwangsarbeiter leiden unter ähnlichen Bedingungen. Dennoch gibt es grundlegende Veränderungen, die unter anderem die Bekämpfung dieser Menschenrechtsverletzung erschweren, denn Sklaverei und Zwangsarbeit sind international verboten.
Dieser Artikel behandelt anhand von Beispielen die Situation moderner Zwangsarbeiter und vergleicht diese mit der der NS-Zeit, um zu zeigen, dass die Gegenwart doch nicht so frei und liberal ist, wie wir vielleicht denken.
Beispiel Nord-Korea
Ein Paradebeispiel für Zwangsarbeit, welches auch den meisten Leuten gleich in den Kopf schießt, ist Nord-Korea. Eine Diktatur, welche eine schwache Wirtschaft besitzt und unter den Konsequenzen von internationalen Sanktionen zu leiden hat. Politische Gegner werden in Arbeitslagern, sogenannten Internierungslagern, verwahrt, und müssen dort unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Man nimmt an, dass Nordkorea über sechs Internierungslager verfügt, welche insgesamt ca. 200.000 Insassen beherbergen sollen, Tendenz steigend. In den letzten Jahren wurden sie stetig weiter ausgebaut, um ihre Kapazität zu erhöhen. Die Arbeit in diesen Lagern bei Hungerrationen ist sehr schwer und entbehrlich. Vergewaltigungen, Folter und Tod sind Alltag in diesen Lagern. Insassen müssen laut Zeugenaussagen beispielsweise ihre eigenen Gräber schaufeln bevor sie getötet werden und schwangeren Frauen werden die Bäuche aufgeschnitten und später getötet (Q1).
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| Illustration nordkorenischer Zwangsarbeit |
Il Lim war einer dieser Arbeiter. 1995 bewarb er sich wie viele andere für einen dieser Berufe als Arbeiter im Ausland. So kam er auf eine Baustelle in Kuwait und arbeitete dort zusammen mit ca. 2.000 Landsleuten auf einer zu ihrer „eigenen Sicherheit“ mit Stacheldraht abgesperrten Baustelle. Er soll der erste Arbeiter sein, dem die Flucht gelungen ist. Heute arbeitet Il Lim in Seoul, Süd-Korea, beim Asan-Institut, welches sich für die Menschenrechte in Nord-Korea einsetzt. Er weiß bis heute nicht, was mit seiner Familie passiert ist, da den Familien von geflohenen Arbeitern ebenfalls das Arbeitslager droht.
Ein weiteres Beispiel ist das Dorf Piotrovice, Polen. Dort arbeiten ca. 50 - 60 Nordkoreaner bei der örtlichen Tomatenzucht. Sie sprechen kein Wort polnisch und arbeiten hinter hohen mit Stacheldraht versehenen Mauern, überwacht von nordkoreanischen Aufsehern. Der Arbeitgeber und weiteres Personal verweigern eine Stellungnahme zu diesem Thema.
Vergleich mit der NS-Zeit
Ein tragender Fakt der modernen Zwangsarbeit ist die Lockung der Arbeiter durch leere Versprechungen. Fast alle Zwangsarbeiter melden sich freiwillig, da die ökonomische Situation in ihren Ländern sie um jede Möglichkeit kämpfen lässt. Versprochener hoher Lohn, Bildung oder der Weg in ein besseres Leben geben den verzweifelten Arbeiter, die meist aus Ländern der Dritten Welt stammen, Hoffnung. Doch im Lager realisieren sie schnell, dass sie betrogen und ausgebeutet werden. Während im Dritten Reich ein Regime Menschen aus ihren Zuhause zerrte, kommen die Arbeiter jetzt sogar von alleine und werden dann festgehalten. Dadurch ist es schwer gegen die Verantwortlichen vorzugehen, da sie so im Schatten agieren können. Außerdem ist alles streng geheim. Zwar durften auch viele Zwangsarbeiter in der NS-Zeit nicht mit anderen sprechen, aber moderne Arbeitslager sind komplett von der Zivilisation abgeschottet und jegliche Kommunikation unter den Arbeitern wie auch unter Außenstehenden wird streng bestraft. Im Dritten Reich durften manche Zwangsarbeiter die Lager verlassen und die Lager wurden auch an zentralen urbanen Orten erbaut (bis auf Konzentrationslager). Die Bedingungen mit denen die Arbeiter leben müssen sind sehr ähnlich. Sie müssen in Massen in kleinen Räumen unterkommen und bekommen wenige Rationen. Sie arbeiten oft die ganze Woche für mehr als 12 Stunden unter menschenunwürdigen Bedingungen (z.B große Hitze, ohne Sicherheitsvorkehrungen usw.) und werden von willkürlichen Wärtern hart bestraft. Das alles für den ökonomischem Erfolg anderer, was der NS-Zeit stark ähnelt.
Schlussendlich ist festzuhalten, dass Zwangsarbeit immer noch ein großes Problem der heutigen Gesellschaft ist. Auch wenn die westliche Gesellschaft größtenteils frei von Zwängen ist, profitiert sie immer noch von billigen Produkten, hergestellt von Zwangsarbeitern . Auch wenn es schon viele Erfolge zum Thema Zwangsarbeit gab, ist es noch ein weiter Weg.
Autoren: Zentus, Otto Teutoburg
Quellen:
Textquellen:
(1)
http://www.stern.de/politik/ausland/nordkoreas-arbeitslager-skizzen-aus-der-hoelle-3643140.html
(2)
http://www.zeit.de/2016/13/nordkorea-zwangsarbeiter-ausland-polen/komplettansicht
(3)
http://menschenrechte-durchsetzen.dgvn.de/themenschwerpunkte-menschenrechte/moderne-sklaverei-und-zwangsarbeit/
(4)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/moderne-zwangsarbeit-die-sklaverei-blueht-noch-immer-a-182450.html
(5)
http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-05/sklaverei-ausbeutung-global-slavery-index-komplexitaet
Bildquelle:
-http://img.zeit.de/wirtschaft/2016-03/nordkorea-zwangsarbeiter-eu-kim-jung-un/wide__820x461

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