Zwangsarbeit zu Zeiten des NS-Regimes war oft verbunden mit dem Tod. „Die Verpflegung war erbärmlich. Schlecht und mies. Einmal am Tag gab es eine Ration.“
Kazimiera Kosnowska (polnische Zwangsarbeiterin)
Dass viele Zwangsarbeiter starben, ist zum einen auf die allgemeine Wohnsituation, aber zum anderen auch auf die organisierte Mangelernährung zurückzuführen. Viele der Zwangsarbeitslager in Deutschland waren überbelegt. Nicht selten fehlte es an Waschgelegenheiten und Kleidung zum Wechseln. Dabei gilt zu beachten, dass Personen verschiedener Herkunft unterschiedlich behandelt wurden.
Die Unterbringungen sorgten für katastrophale Lebensbedingungen. Die aus Holz oder Stein erbauten Baracken waren nicht gedämmt und es gab lediglich einfachverglaste Fenster. So war es im Winter meist sehr kalt und im Sommer sehr warm. Zwar gab es in den meisten Baracken Öfen, jedoch war die Menge an bereitgestelltem Holz sehr beschränkt. (Abb. 1) Außerdem kam es durch die schlechte Dämmung auch zu einer enorm hohen Luftfeuchtigkeit innerhalb der Wohnräume. Diese sorgte dafür, dass Pilze wachsen konnten, was auch unweigerlich zu Krankheiten führte. (Abb. 2) Ein weiteres Problem war, dass sehr viele Menschen auf engstem Raum zusammenlebten. So konnten sich auch Wanzen und Läuse schnell ausbreiten. Die deswegen eigentlich notwendige medizinische Versorgung war nicht vorhanden.
War ein Zwangsarbeiter erkrankt, so wurde allgemein nur selten geholfen. Solange es möglich war, wurden auch kranke Menschen zur Arbeit geschickt. Verweigerten Menschen es, die für sie vorgesehenen Arbeiten zu verrichten, wurden sie physisch bestraft und es wurde ihnen Lebensmittelrationen gekürzt. Es gab zwar offiziell einen Lagerarzt, dieser existierte jedoch meist nur auf dem Papier. Schwer erkrankte Arbeiter versorgte man entweder in abgesonderten Abteilungen in den Lagern oder in sogenannten Ausländerkrankenhäusern. Ein Beispiel für ein solches Krankenhaus war das „Ausländerkrankenhaus Mahlow“, welches 1942 in Berlin erbaut wurde. Die Mortalität war jedoch so hoch, dass es eher einem Sterbelager glich. Darüber hinaus gab es einen Mangel an ausgebildeten Ärzten und Krankenschwestern in jedem Bereich. So wurden oftmals unqualifizierte Zwangsarbeiter für die Versorgung von Kranken eingesetzt. Verweis auf den Text über Abtreibungen
Das Reichsernährungsministerium legte Essensrationen fest, welche sehr knapp bemessen waren. So erhielten die Arbeiter täglich etwa 250 Gramm Brot, ein Stückchen Margarine und eine Kelle Suppe. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass sich die Menge an Lebensmitteln, mit denen sich die Zwangsarbeiter zufriedengeben mussten, stark unterschied. So erhielten Ostarbeiter deutlich weniger als Arbeiter aus westlichen Gebieten, obwohl sie gleichwertige Arbeit zu verrichten hatten. (Abb. 3) Wegen dieser Mangelernährung, in Kombination mit meist schwerer körperlicher Arbeit kam es gehäuft dazu, dass Menschen elendig starben. Zudem zweigten Lagerleiter und Küchenchefs oftmals noch etwas von den kleinen Rationen der Zwangsarbeiter ab, um diese auf dem Schwarzmarkt teuer verkaufen zu können.
Insgesamt lässt sich also sagen, dass die Lebensumstände zu damaligen Zeiten in den Arbeitslagern sehr schlecht waren. Die zum Teil unmenschliche Behandlung zeigt nur ein weiteres Mal, wie grausam der Nationalsozialismus war.
LP JL
Abb. 1: „Polnische Männer sitzen gesammelt in einer Baracke am heizenden Ofen.“,
Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Abb. 2: „Pilze wachsen an schimmliger Wand in Baracke 13 des Arbeitslagers in Schöneweide.“ (Foto: LP)
Abb. 3: „Beweismaterial zum Bericht über die Lage der Ostarbeiter.“
Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit



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