Donnerstag, 14. Juli 2016

Die versuchte Vernichtung der Sinti und Roma

Der Volksmord und die komplette Versklavung der „Zigeuner“ im dritten Reich. Wie eine Volksgruppe den Hass einer faschistischen Gesellschaft und ihrer
            rassistischen Ideologie ertragen musste.
   


Durch die Übernahme der NSDAP 1933 wurden die ersten Sanktionen mit dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ gegen die Sinti und Roma erlassen. Somit begann ihre
Einweisung in die Konzentrationslager und der erste Schritt zum Völkermord erfolgte.
Mit den „Nürnberger Gesetzen“ wurden die Sinti und Roma mit den Juden zu Bürgern
mit eingeschränkten Rechten und gehörten nun zu den „artfremden Rassen“. Ihnen wurde jegliches Recht entzogen, in sozialen Kontakt mit deutschen Bürgern zu treten, das führte zur komplette Ausgrenzung und Ausbeutung im alltäglichem Leben. Bevor die Olympischen Spiele in Berlin stattfinden sollten, wollte man alle Sinti und Roma aus dem Stadtbild entfernen. Deshalb errichtete man ein KZ- ähnliches Zwangslager in Berlin-Marzahn mit Platz für       Hunderte von Menschen. Alle Insassen mussten in  
Ab 1: Vor der Deportation nach Auschwitz: Sinti-und-Roma-Lager
anliegenden Privatunternehmen Zwangsarbeit verrichten. Himmler nahm sich als Ziel bei einer Konferenz am 21. September 1939, alle restlichen „30.000 Zigeuner“ in das besetzte Polen zu deportieren. Im Mai 1940 begannen dann die Massendeportionen ganzer Sinti und Roma- Familien in den Osten. Gleichzeitig wurden alle Sinti und Roma aus der Wehrmacht wegen von „rassenpolitischen Gründen“ entlassen. Nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion im Sommer 1941 wurden hinter der Front systematisch Sinti und Roma von Einsatztruppen der SS, sowie der Wehrmacht exekutiert. Es bestand kein Unterschied zwischen „Zigeunern“ und Juden, laut des Kriegsverbrechers Otto Ohlendorf. Sinti und Roma mussten gleichermaßen, wie die Juden,
ein Armband mit einem „Z“ im Warschauer Ghetto tragen. Bei der Ankunft in einem KZ, wurden sie in „arbeitsunfähige“ und „arbeitsfähige“ Gruppen eingeteilt. Die „Arbeitsunfähigen“ wurden meist sofort hingerichtet und die „Arbeitsfähigen“ mussten in verschieden Arbeitsbereichen arbeiten unter menschenunwürdigen Umständen. Im Zeitraum Juni bis September
1942 wurden mehr als 25.000 rumänische Sinti und Roma ermordet. Himmler erreichte den
Höhepunkt der NS- Perversität mit den Erlass eines „Zigeunerlagers“ in Ausschwitz
für rund 13.000 Sinti und Roma, aus dem deutschem Reich. Am 23. März 1943 begannen
dann die Massenvernichtungsaktionen. Es kam jedoch noch schlimmer, der für seine
grausamen Menschenexperimenten berüchtigte Lagerarzt Josef Mengele begann seine medizinischen Versuche an den Sinti und Roma, vor allem an Mengeles „Zwillingsforschung“ verloren viele Menschen ihr Leben. Als das „Zigeunerlager“ am 2. August 1944 aufgelöst wurde, wurden die letzten „900 Überlebende, zumeist Kinder, Frauen und Alte, in der darauffolgenden Nacht in den Gaskammern ermordet. Sinti und Roma nennen den Völkermord auf Romani „Porajmos“, was übersetzt „das Verschlingen“ bedeutet. Der Porajmas forderte wohl mehr als 500.000 Opfer, jedoch sind die genauen Zahlen noch unbekannt da viele Sinti und Roma nicht registriert waren. Zum Glück geschah das Ziel der Mordpolitik der vollständigen Vernichtung der Minderheit vom Säugling bis zum Greis nicht. Heutzutage leben wieder 70.000 Sinti und Roma in Deutschland.





Autoren: Daniel Schönhals, Martin Manzel, Vitus Vießmann

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